Mondän!


(8) London

Kein Wunder: Die teuersten Spielfelder auf der englischen Monopoly-Version sind allesamt nach den Straßen von Londons Stadtteil Mayfair benannt. Zwischen Dorchester Hotel, Sotheby‘s und den Maßschneidern der Jermyn Street denkt man noch kolonial, nimmt den Fünf-Uhr-Tee mit einem Tröpfchen Milch und fühlt sich diesseits eines Rolls Royce schockierend untermotorisiert. Aristokraten, Geldadel und ein paar Dutzend unvermeidliche Neureiche swingen mit steifer Oberlippe durch die Stadt, die den Snobismus erfunden und bis heute zu unnachahmlicher Perfektion gebracht hat.

Im Winter fährt man aufs Land zur Fuchsjagd, nimmt einen Portwein hoch zu Pferde vor dem Aufgalopp und schert sich kein bißchen um die Jagdgegner, die den Herrenreitern den Spaß verderben wollen. Im Sommer gondelt man hinaus nach Ascot, um beim Königlichen Pferderennen gigantische Hüte und feinstes Nadelstreifentuch zu präsentieren und anschließend auf dem Parkplatz neben dem Bentley mondän zu picknicken. Mondän! besucht in Londons zweitfeinster Wohngegend, Holland Park, den reichsten arbeitenden Engländer, den Airline-Tycoon, Ballonfahrer und Schallplatten-Milliardär Richard Branson („Virgin“) und ist Gast beim privaten Konzert von Alt-Rolling-Stone Bill Wyman.

Mit Englands Mode-Superstar Paul Smith und seinem Schriftsteller-Freund Hanif Kureishi („Mein wunderbarer Waschsalon“) spaziert das Team plaudernd durch Notting Hill. Lord Jeffrey Archer, Englands wichtigster Bestseller-Autor und Londoner Bürgermeister-Kandidat, gewährt von seinem Penthouse Ausblicke über die Themse und Big Ben. Und im Savoy singt Star-Tenor José Carreras vor handverlesenen achtzig wohltätigen Dinner-Gästen, um nachher in der Zugluft Angst um seine Stimme zu haben. Im legendären Dorchester-Hotel an der Park Lane, vis-a-vis vom Hyde Park, unterrichtet derweil Ivor Spencer angehende Butler, wie man die Frühstückszeitung bügelt, um das Bett der Herrschaft vor unerwünschter Druckerschwärze zu bewahren und Lord Michael Onslow kämpft im House of Lords um den Erhalt desselben und daheim, auf seinem Landsitz, mit einsturzgefährdeten Zimmerdecken.

Ein Film über Klassengesellschaft und Maßanzüge, über geschlossene Zirkel und die Insignien der Upper Class, über den Zwang zur perfekten Haltung zwischen Fuchsjagd und Geburtstagsessen im Members-only-Dinnerclub.

Im Winter fährt man aufs Land zur Fuchsjagd, nimmt einen Portwein hoch zu Pferde vor dem Aufgalopp und schert sich kein bißchen um die Jagdgegner, die den Herrenreitern den Spaß verderben wollen. Im Sommer gondelt man hinaus nach Ascot, um beim Königlichen Pferderennen gigantische Hüte und feinstes Nadelstreifentuch zu präsentieren und anschließend auf dem Parkplatz neben dem Bentley mondän zu picknicken. Mondän! besucht in Londons zweitfeinster Wohngegend, Holland Park, den reichsten arbeitenden Engländer, den Airline-Tycoon, Ballonfahrer und Schallplatten-Milliardär Richard Branson („Virgin“) und ist Gast beim privaten Konzert von Alt-Rolling-Stone Bill Wyman.

Mit Englands Mode-Superstar Paul Smith und seinem Schriftsteller-Freund Hanif Kureishi („Mein wunderbarer Waschsalon“) spaziert das Team plaudernd durch Notting Hill. Lord Jeffrey Archer, Englands wichtigster Bestseller-Autor und Londoner Bürgermeister-Kandidat, gewährt von seinem Penthouse Ausblicke über die Themse und Big Ben. Und im Savoy singt Star-Tenor José Carreras vor handverlesenen achtzig wohltätigen Dinner-Gästen, um nachher in der Zugluft Angst um seine Stimme zu haben. Im legendären Dorchester-Hotel an der Park Lane, vis-a-vis vom Hyde Park, unterrichtet derweil Ivor Spencer angehende Butler, wie man die Frühstückszeitung bügelt, um das Bett der Herrschaft vor unerwünschter Druckerschwärze zu bewahren und Lord Michael Onslow kämpft im House of Lords um den Erhalt desselben und daheim, auf seinem Landsitz, mit einsturzgefährdeten Zimmerdecken.

Ein Film über Klassengesellschaft und Maßanzüge, über geschlossene Zirkel und die Insignien der Upper Class, über den Zwang zur perfekten Haltung zwischen Fuchsjagd und Geburtstagsessen im Members-only-Dinnerclub.

Facts

17. Oktober 1999, 22.15 Uhr, ZDF
45 Minuten

Credits

Ein Film von
Petra Höfer
Freddie Röckenhaus
Francesca D‘Amicis
Kamera:
Thomas Schäfer
Schnitt:
Jörg Wegner
Mitarbeit:
Francesca D‘Amicis
Nick Anning
Ulrich Schilling-Strack
Nick Valentine
David Swindells
Ralf Hoppe
Redaktion:
Peter Arens

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